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Die Zimmerin

Leidenschaft für Holz und Geschichte

Dass Höhe ihr nichts ausmacht, wusste Maren Meyer-Kohlus schon als Kind. Mit gerade einmal sieben Jahren klettert sie auf dem Dachstuhl ihres Elternhauses – neugierig, furchtlos und fasziniert von der Konstruktion. Diese frühe Begeisterung für Bauwerke und ihre Geschichten sollte später den Weg in ihr Berufsleben weisen. Heute steht MMK als Zimmermeisterin und Restauratorin im Handwerk an der Spitze ihres eigenen Betriebs und hat sich mit Fachwissen, Leidenschaft und Durchsetzungsvermögen einen hervorragenden Ruf erarbeitet.

Ihr Unternehmen „Die Zimmerin GmbH“ gründete sie im Jahr 2003 in Tönning. Vorausgegangen war eine bewusste Entscheidung: Ein begonnenes Studium erfüllte sie nicht. Stattdessen schlug sie den Weg ins Handwerk ein, absolvierte eine Ausbildung zur Zimmerin, besuchte anschließend die Meisterschule und qualifizierte sich zusätzlich zur Restauratorin im Handwerk. Heute führt sie ein fünfköpfiges Team aus drei Gesellen – darunter eine Frau – sowie zwei weiblichen Auszubildenden.

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Dass Frauen heute selbstverständlich auf Baustellen arbeiten, war lange Zeit keineswegs üblich. Bis 1994 war es ihnen in Westdeutschland sogar offiziell untersagt, im Bauhauptgewerbe tätig zu sein. Zwar konnten Frauen eine entsprechende Ausbildung beginnen, doch die tatsächliche Arbeit war nur unter strengen Bedingungen, etwa im Familienbetrieb, möglich. Aus heutiger Sicht erscheint das kaum noch vorstellbar.

Meyer-Kohlus selbst begegnet in ihrem Arbeitsalltag kaum Vorbehalten. Besonders in ihrem Haupteinzugsgebiet auf Eiderstedt genießt ihr Betrieb großes Vertrauen. Doch sie weiß, dass dies nicht überall selbstverständlich ist. Deshalb engagiert sie sich in einem bundesweiten Netzwerk von Bauhandwerkerinnen. Erst kürzlich trafen sich dort rund 180 Frauen – von der Auszubildenden bis zur Meisterin –, um Erfahrungen auszutauschen und sich gegenseitig zu stärken.

Wer ihr zuhört, merkt schnell, wie sehr sie ihren Beruf liebt. Besonders alte Gebäude haben es ihr angetan. Ihre Erhaltung und fachgerechte Restaurierung sind ihr ein besonderes Anliegen. In den letzten Jahren war sie vorwiegend im Bereich der Restauration der Eiderstedter Kirchen tätig. Entsprechend engagiert sie sich auch in der Interessengemeinschaft Baupflege e.V. sowie im Verband der Restauratoren im Handwerk e.V.

Ein besonderes Anliegen ist ihr zudem der Nachwuchs im Handwerk – und hier vor allem die Förderung von Frauen. Kolleginnen und Kollegen ermutigt sie ausdrücklich, mehr weibliche Auszubildende einzustellen.

„Wenn sich eine junge Frau für diesen Beruf entscheidet, hat sie sich das sehr gut überlegt“, sagt sie. „Ich habe nur beste Erfahrungen mit weiblichen Auszubildenden gemacht.“

Sorge bereitet ihr hingegen die zunehmende Bürokratie im Arbeitsalltag. Die Vielzahl an Vorschriften und zusätzlichen Dokumentationspflichten empfindet sie als belastend. Ihr Wunsch: wieder mehr Vertrauen in den gesunden Menschenverstand und in die Eigenverantwortung der Menschen – auch im Handwerk.

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