Symbole der Bau-Werkzeuge Hammer und Meißel

Das Klimahaus von der Westküste.

An der Westküste findet man Innovationen beim Einsatz regionaler Baustoffe wie Ziegel und Holz.

Das größte Potential, um CO2 beim Bau eines Hauses einzusparen, bieten Ziegel. Denn schon im ersten Herstellungsprozess ist der Energieverbrauch sehr hoch. Im Gespräch schildert Jörg Lass, Vertriebsleiter von DeFries, die Möglichkeiten der Wiederverwendung aus Abbruchmaterial alter Gebäude. Wenn man alte Ziegel beim Abbruch „rettet“, können sie in ein neues Haus verbaut werden. Nur ca. 10 % des CO2-Verbrauchs fallen für Transport und Aufbereitung an im Vergleich zum Brennen neuer Ziegel.

Welchen Beitrag zum Klimaschutz leistet die Baubranche?

Das Schlagwort „Re-Use“ steht für das zweite Leben von bereits existierenden Baustoffen in einem neuem Gebäude. Vorreiter DeFries hat die Bewertung von Baustoffen im Re-Use-Prozess initiiert. Darüber hinaus schonen Materialien aus der Region die Ressourcen im Sinne von Nachhaltigkeit. Typisch nordfriesische Ziegel erkennt man beispielsweise an ihrer Gelbfärbung von der Eider-Region, oder charakteristisch rote Steine im 8 Zoll Format.

„Wir wollen Werbung dafür machen,
beim Abriss nicht nur den Schotter zu sehen,
sondern das Baumaterial für ein neues Haus.“

Ob sich die aufwändige Handarbeit vom Entfernen des alten Mörtels über Waschen der Ziegel bis zum Verpacken wirtschaftlich lohnt, stellt sich erst heraus, wenn die Ziegel-Paletten auf Reise in ihr zweites Leben gehen. Wenn Herr Lass seinen Blick über das weitläufige Lager mit 1,5 Mio. Steinen schweifen lässt, mit historischen Unikaten, Berliner Gehwegplatten und Sandsteinen aus England zwischen den vielfältigen Ziegelsorten aus der Region, glaubt man ihm, wenn er mit einem Augenzwinkern sagt: „Wir sind steinreich!“

Politische Impulse sind gefragt, wenn Schleswig-Holstein das Ziel erreichen möchte, 2040 klimaneutral zu sein. Gerade der Bau-Sektor mit ca. 40 % Emissionen hat einen wesentlichen Beitrag zu leisten. Als Vorbild bietet sich ein Blick nach Skandinavien an, wo die Ökobilanzierung von Baustoffen eine größere Rolle spielt als in Deutschland.